Tagebuch aus Zypern
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| Das Tolle an einem schlechten Tag wie dem gestrigen ist,
dass ihm meist ein guter Tag folgt. So wie heute. Mit meinem kleinen alten
Mietwagen ohne Autoradio (hätte nie gedacht, dass mir das so fehlen
könnte) fahre ich über die Autobahn nach Pafos. Autobahn fahren
in Zypern ist einerseits ziemlich öde, weil man nur 100km/h fahren
darf, wodurch die Strecken irgendwie verhältnismäßig lang
wirken. Dafür wird man mit einem astreinen Panorama entschädigt:
Die Sonne strahlt auf eine hügelige Landschaft, die sich grün
in Wellen über die Insel verteilt, immer wieder unterbrochen von schroffen
Felsen aus Sandstein. Die Autobahn wurde z.T. direkt durch solche Felsen
gefräst, an vielen Stellen sieht man das Meer. Insofern sind die 140
km Fahrt gar nicht so schlimm. |
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Helena 
Joseph |
Pafos ist auf den ersten Blick auch
nur eine Touristenstadt, zumindest der Teil, der direkt am Meer liegt.
Ein Restaurant neben dem anderen, unterbrochen nur von Hotels und
Souvenirshops. An der Strandpromenade sonnen sich englische Rentner,
aber nicht nur die: Rosenmontag ist einer der wichtigsten Feiertage
Zyperns, die Zyprioten packen ihre Familie ins Auto und ab geht es
an die Küste und ins Grüne. Pafos bietet beides, und so
wird überall gepicknickt. Auf der Strandpromenade treffe ich
Helena und Joseph, die mit ihrer Familie und Freunden hier sind und
sich extrem entspannt in der Sonne fläzen. Mit ihnen unterhalte
ich mich, und wie es sich für ein Pärchen gehört, haben
sie beide ziemlich unterschiedliche Meinungen. Und zwar was Musik
angeht, die Wiedervereinigung Zyperns und so weiter
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| Danach besuche ich die antiken Ausgrabungen. Bisher fand
ich so was eher langweilig, doch das hier gefällt mir schon. Besonders
beeindruckend sind die Mosaik-Böden. Wenn ich mir vorstelle wie das
ganze früher ausgesehen haben muss - das Amphitheater, der zentrale
Marktplatz, die riesigen Prachtvillen - ist es doppelt schade zu sehen,
was heute in der Gegend steht
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Direkt neben dem Amphitheater findet
ein kleines Fest statt. Es gibt Musik, Spiele und Essen. Für
umsonst. Danke! Gefällt mir immer besser hier.
Die Strandpromenade ist inzwischen voll. Weniger mit Fußgängern
als mit Autos. In beide Richtungen schieben sich die Korsos langsam
voran, Musik dröhnt aus den offenen Fenstern, überall wird
zur Begrüßung gehupt, die Jungs und Mädels mit den
aufmotzten Karren lassen den Motor aufheulen, obwohl sie stehen. Dummerweise
muss ich auch in diesen Stau, um nach Hause zu kommen. Egal. War ein
schöner Tag. Bin zufrieden. Morgen habe ich eine Menge Interviews
in Nicosia. |
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