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Tagebuch aus Estland


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Was kostet was in der Estland?

Übersichtsseite Estland

Hier kannst du dir das Portrait von Priit Vöigemast, 23 Jahre aus Estland anhören ... [anhören, MP3-File, 0,6 MB]

 
Zwei Dinge verdienen es noch, im Zusammenhang mit Estland erwähnt zu werden: schöne Frauen und die russische Minderheit. Auf beide Themen werde ich durch die Jugendlichen gebracht, die ich heute interviewe. Besonders ersteres ist mir in Tallinn durchaus aufgefallen. Insofern verwundert es nicht, dass gleich zwei Jungs und ein Mädchen heute auf die attraktiven Frauen hinweisen, als ich sie frage, was sie an Estland gut finden. Doch, ja, bin einverstanden.
 
 
Das Thema russische Minderheit fällt einem nicht so direkt ins Auge. Das dürfte anders sein wenn man in die riesige Plattenbausiedlung am Stadtrand geht, der russischen Sprache mächtig ist und Russen nach ihren Lebensumständen fragt. Viele würden einem wohl sagen, dass ihr Lebensstandard deutlich unter dem Durchschnitt liegt und sie sich diskriminiert fühlen. In der estnischen Verfassung gibt es zwar einen Minderheitenschutz, doch in der Realität sieht es oft anders aus. Einer meiner Gesprächspartner sagt mir, die Situation der Russen in Estland sei vergleichbar mit der der Schwarzen in den USA. Das Wort Minderheit ist zwar richtig, führt aber vielleicht ein wenig in die Irre. Es handelt sich nämlich keineswegs um ein paar hundert Russen. Vielmehr machen sie fast 30 Prozent der gesamten Bevölkerung aus. Unter dem Sowjetregime wurden sie hier angesiedelt, viele sprechen noch nicht einmal estnisch. Und weil Russisch keine offizielle Sprache mehr ist, fühlen sie sich an den Rand gedrängt. Dieses Problem sorgt auch für ein nicht ganz spannungsfreies Verhältnis zwischen Estland und Russland. Die Regierung in Moskau übt immer wieder Druck auf Tallinn aus, die russischen Bürger besser zu behandeln. Die wiederum gibt zurück, dass die Russen gesetzlich (bis auf einige Ausnahmen z.B. beim Wahlrecht) den Esten gleichgestellt sind und sich besser integrieren sollten.
   


Stadtmauer

Ein erfolgreicher Vormittag mit einigen interessanten Gesprächen. Und gleichzeitig die letzten Momente in Tallinn, am Nachmittag geht es weiter nach Lettland. Im Supermarkt decke ich mich mit Essen ein (das ist wirklich genial: in größeren Supermärkten gibt es Heißtheken mit riesiger Auswahl an Fleisch, Fisch, Salat, Nudeln, Kartoffeln und Pizza zum Mitnehmen zu einem günstigen Preis), kaufe meiner Freundin in der traumhaften Katharinen-Gilde ein Mitbringsel, fluche auf dem Weg zum Bus ein letztes Mal über das miese Wetter und die schmuddeligen Bürgersteige, und schon ist der Aufenthalt in Estland Geschichte. .
   

 

 

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